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Berge & Klima

Die Privatisierung der Ufer der Seen in der Schweiz: Ein besorgniserregendes Phänomen

12.10.2026

Eine alarmierende Feststellung

In der Schweiz befindet sich ein erheblicher Anteil der Ufer bestimmter Seen in den Händen privater Eigentümer. Zum Beispiel sind fast 44% der Ufer des Luganersees und etwa 30% der Ufer des Lago Maggiore im Besitz von Privatpersonen. Dieses Phänomen wirft entscheidende Fragen auf, insbesondere in einem Land, in dem das Gesetz vorschreibt, dass diese Ufer für die Öffentlichkeit zugänglich sein müssen.

Die Gesetzgebung zugunsten des öffentlichen Zugangs

Die Schweizer Gesetzgebung, sowohl auf Bundes- als auch auf Kantonsebene, zielt darauf ab, sicherzustellen, dass die Ufer der Seen öffentlich und für alle zugänglich bleiben. Diese Absicht ist lobenswert und entspricht einem grundlegenden Bedürfnis nach Erhaltung der natürlichen Räume für zukünftige Generationen. Die Realität vor Ort sieht jedoch oft anders aus. Viele Ufer, selbst solche, die nicht bebaut sind, sind schwer zugänglich oder sogar vollständig für die Öffentlichkeit gesperrt.

Die kantonale Regelung und ihre Auswirkungen

Im Kanton Tessin beispielsweise präzisiert eine Regelung, dass in einer Höhe von 194,5 Metern über dem Meeresspiegel die Ufer als öffentliches Eigentum betrachtet werden müssen. Das bedeutet, dass sie für alle geöffnet und begehbar sein müssen. Der Kataster zeigt jedoch, dass viele private Grundstücke weit über diese Grenze hinausreichen, was den Zugang zu den Ufern für die Bürger erschwert.

Die Herausforderungen der Privatisierung

Die Privatisierung der Ufer der Schweizer Seen wirft mehrere wichtige Herausforderungen auf. Einerseits schränkt sie den Zugang der Einwohner und Touristen zu diesen natürlichen Räumen ein, die oft für ihre Freizeitaktivitäten geschätzt werden. Andererseits kann dies auch die lokale Biodiversität beeinträchtigen, da die Ufer eine entscheidende Rolle in den Ökosystemen der Seen spielen.

Eine Frage der Werte und des Erbes

Über die praktischen Überlegungen hinaus berührt die Frage des Zugangs zu den Ufern der Seen auch tiefere Werte. Die Seen sind ein integraler Bestandteil des natürlichen und kulturellen Erbes der Schweiz. Ihre Privatisierung stellt das Prinzip des öffentlichen Zugangs zur Natur in Frage, das vielen Schweizern am Herzen liegt. Dies wirft Debatten darüber auf, wie wir unsere natürliche Umwelt für zukünftige Generationen verwalten und erhalten möchten.

Fazit

Die aktuelle Situation der Ufer der Schweizer Seen beleuchtet ein Paradoxon zwischen den geltenden Gesetzen und deren Anwendung vor Ort. Während die Gesetzgebung darauf abzielt, einen öffentlichen Zugang zu gewährleisten, zeigt die Realität, dass viele Ufer privatisiert sind, was den Zugang zu diesen wertvollen Räumen einschränkt. Es ist entscheidend, weiterhin Lösungen zu erkunden, die private Interessen mit dem Recht der Öffentlichkeit auf Naturgenuss in Einklang bringen. Ein Gleichgewicht muss gefunden werden, um diese Räume zu schützen und gleichzeitig die Rechte der Eigentümer zu respektieren.

Quelle

swissinfo.ch

#Immobilien#Schweizer Seen#Umwelt